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Am Sonntag, den 03. März 2013, wurde in der Kirche Bremen-Borgfeld ein neuerZyklus des Norder Schriftstellers Hans-Hermann Briese durch den  Projektchor des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen unter der Leitung von Professor Eckhard Albrecht uraufgeführt. Dieses Ereignis hatte eine Vorlaufzeit von zwei Jahren.Briese hatte einen Gedichtzyklus mit dem Titel „Suite“ hingegeben, deren fünf Gedichte bereits Satzbezeichnungen barocker Tänze hatten: Menuett-Valse-Marsch-Sarabande-Gigue.

Mehrere Komponisten wurden mit der Vertonung der ausgewählten Texte beauftragt. Der Zyklus von Briese wurde von dem Göttinger Komponisten Andreas Kleinert musikalisch bearbeitet. Sämtliche Werke werden in einem Sammelband des Eres-Musik-Verlages Bremen herausgegeben.
Bei dem Konzert in der Borgfelder Kirche waren einige Autoren und Komponisten anwesend, so auch Briese und Kleinert. Staatsminister Bernd Neumann musste seine ursprüngliche Zusage leider wieder zurücknehmen.
Die „Suite“, mit Abstand das umfangreichste Werk des Konzertes, wurde am Schluss vortragen und erntete großen Applaus.
Musikkenner Ernst Folz aus Bremen schrieb über die „Suite“:
„In seinem speziell für einen Chorsatz gedichteten Texten knüpft Hans-Hermann Briese ganz bewusst an alte Musiktraditionen an und erinnert daran, dass Suiten aus verschiedenen Tänzen bestehen, die sich zu einem Gesamtwerk formen. Und ein Gesamtwerk ist auch das Leben, das sich in freudige, aber auch nur schwer erträgliche Phasen unterteilt.
Im Menuett präsentiert sich die Leichtigkeit und Unbefangenheit der Jugend, eine Unbefangenheit, die im folgenden Valse eine erste Warnung erfährt: es geht im Tanz des Lebens nicht immer nur in eine Richtung.
Der folgende Marsch kann uns daran erinnern, dass das Leben auch aus Strenge, Zwängen, Verantwortung, Abhängigkeiten besteht und dass wir im Leben „täglich vom Tod umfangen sind“.
Die Sarabande, ein düsterer spanischer Tanz, führt den Menschen auf seinem letzten Gang bis zum Grab.
Die Gigue, ein fröhlicher Gesellschaftstanz, zeigt uns dann aber auf, dass das Leben auch nach dem Tode weiter geht, vielleicht für die Verstorbenen, ganz bestimmt aber für die Zurückgebliebenen.
Hans-Hermann Brieses Chortexte hat Andreas Kleinert in eine Komposition eingefasst, welche die Ernsthaftigkeit der Dichtung in zeitgenössischer Tonsprache glaubhaft unterstreicht.
Suite – ein ungewöhnlicher und Nachdenklichkeit erzeugender Chorzyklus!“