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Michael Hüttenberger
Desihlowsionierend

Ich war mal mit Lilo in Ihlow
beim Arbeitskreistreffen. Wir philo-
sophierten profunde
in lyrischer Runde.
Und texteten, circa 3 Kilo.


Menno Ufkes Janssen

Dat Wienfatt
As Regen un Störm neet to Enne gungen, as de Dieken wegswemmt wurren un de Depen un Sloten overlepen, was dat för de fiene Focko al to laat, för sük en Ark to bauen. He murk, dat dat Straafgericht van unse Heergott over Torum un de anner Logen in sien Kuntrai kwamm, und dat he ok de Straaf för sien Sünnen verwachten muss. Man he harr keen Tied mehr, sük to bargen, Schuul to finnen vör de Ogen van de grote Baas, de Hemel un Eer maakt hett.

Noah harr up Tied en Böskupp kregen un harr sien Ark bauen kunnt. Noah harr keen grote Sünnen begahn – bi Focko was dat anners. He harr elk un een bedrogen, de hum in de Mööt komen was, sien Ollske so good as sien Naber, un daar was he mit riek worren. Man an sien Seel‘ harr he neet docht, neet an Hemel un Hell, neet an Gott un neet an de Düwel – wenn de hum ok wat nader stunn as de Heer.

Man daar lagg noch dat Fatt, dat grote Wienfatt, waar he verleden Week mit sien Kulantjes de Rest ut drunken harr. Daar kunn he sük in verstoppen, meende he. Wenn Gott ut de Hemel ok de hele Welt oversehn kunn – dat Fatt mugg hum wal neet  upfallen. Focko kroop d’r in.

Dat Water steeg. De Wind dreihde up West. Dat Fatt swumm up un dreev up de Eems an. Dreev dwars over de Eems, in’t Emder Land. De Heer sach dat Fatt swemmen, un he sach ok Fockje in dat Fatt sitten, bang um sien Levend. Focko harr nüms vermoordt, was keen Stratenrover west,  harr „blot“ de Lüü bedrogen, un vör allen sien Ollske. Sull he hum sien Gnaad wiesen? De Heer sach ok dat  Elend, wat over de Logen langs de Eems un de Dullert komen was. Un stillkes doch he bi sük, dat  he Focko noch en Kans geven wull. He leet de Wind so weihen, dat Focko sien Wienfatt bi dat grote Klooster van Ihl tüsken de Bomen raakde.    

As de Mönken na dat Unweer van de Kloosterböön andaal kwammen un Focko in sien Fatt funnen, was he al dood. Verfroren. Se harren keen Föhlen för Wiesdom un Gnaad van hör Heergott un vergroven hum mit sien Fatt buten, vör de Poort van de Karkhoff. He kreeg keen christelk Begräävnis, neet maal en Dodenkist, un bi de Kark harren se ok keen Bott för hum. He was blot en frömde Sünner. Wenn se sien Sünnen ok neet kennden – vergeven wullen se hum neet.

As de Heer dat sach, spietde hum dat, un he namm sien beschermende Hand van dat rieke Klooster. Na en Rieg van Jahren wassen de Mönken allmitnanner verswunnen, dood of krank of utwannert, well weet dat  vandaag noch? Noch en paar Jahren later was nix mehr van Kloosterhuus, Kark un dat anner Minskenwark to sehn.

Nu hebben de Förskers dat olle Klooster utgraven un daar ok Focko in sien Fatt bi funnen.

Se bünd noch an’t Raden, waar he wall heerkomen is.


Gudrun Rose
Benaut

Sachtjes mien Foot
vanmörgen
up de broken Stenen

En allmachtig Kark
ehrgüstern upbaut
güstern verneelt

Ik söök mien Padd
tüschen de Müren
söök de Trappen
kann se nich finnen

Blot en Geripp
haast frömd för uns Ogen
kickt stievkoppig rut
in anner Weken

Sporen up mien Padd
vandaag
is güstern
is mörgen


Rüdiger Rose
Imagonett

Dringt unser zahmer Schritt ins Innre,
nach langem Gang durch jungen Wald
zum Ort der Stille. Mir wird kalt.
Woran mein Geist sich wohl erinnre?

Der Wind vermischt die spröde Luft,
verhält, wo steinlos, nackt und kahl
kühl aufstrebt jener Chor aus Stahl
hinaus aus düstrer Klostergruft.

Die neue Form im Hain sich hebt.
Jahrhunderte stehn steinverloren.
Aus Altem Neues wird geboren,
auf dass es unsre Seelen regt.

Verstört bleibt mir mein taubes Herz.
Tief drinnen lebt ein alter Schmerz.

 

Alwine Menzel
Unterwegs zur Stille

Der Tag von Nebel grau
verhangen sanfter Regen fällt
es raschelt Laub

Ein Vogel ruft von Ast zu Ast
gespannte Zeilen Baldachin
bewegender Geschichte

Der Weg bleibt menschenleer
im Klostergarten winterlich verwelkt
da duftets nach Kamille

Und wieder steh ich unterm Lindenbaum
der schutzlos ohne Blätterdach
ruinengleich den Zeiten trotzt

Mehr noch als jenes Monument
von Menschenhand das kalt
und hart sich hoch zum Himmel reckt

Ein Kind ertrank im Klosterteich
Wer weiß und  welchem Leid
gebührt Erinnerung?


Christa Bruns
Die Schwelle

Menschen betreten
schweigend
den Eingang
überschreiten die Schwelle
gemessenen Schrittes
verhalten sich so als ob

Imagination

Menschen verändern
nicht ihre Haltung
wenn sie den Schritt
über die Schwelle tun
nehmen Innen und Außen
nicht wahr
rufen
durchs Kirchenschiff
sehen nicht
spüren nicht
gehen weiter
angesprochen

von Kaffee und Kuchen