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Michael Hüttenberger und Rüdiger Rose lesen bei „Dichters in de Prinsentuin“

Als ein „beglückendes poetisches Erlebnis“ bezeichneten die beiden Autoren Dr. Michael Hüttenberger (Stedesdorf) und Rüdiger Rose (Wilhelmshaven) ihren Auftritt beim 18. Poesiefestival „Dichters in de Prinsentuin“ am 17.-19. Juli 2015 in Groningen/NL. Das Festival gehört inzwischen zu den bekanntesten und am höchsten geschätzten in den Niederlanden.

Eine nicht nur lokale, sondern auch nationale Einzigartigkeit ist der Ort, an dem die ca. 60 eingeladenen Dichter lasen: im Prinsentuin, einem von Renaissance-Mauern umgebenen idyllischen Garten im Zentrum der Stadt Groningen.

Hüttenbergers und Roses Teilnahme – sie waren die einzigen deutschen Autoren -  ist Folge der Zusammenarbeit Groninger Dichter mit dem Arbeitskreis Ostfriesischer Autoren. In diesem Jahr mussten sich die ostfriesischen Dichter den gleichen Wettbewerbsbedingungen stellen wie ihre niederländischen Kollegen. Aus den anonym eingereichten Texten wurden sowohl Hüttenbergers als auch Roses Gedichte ausgewählt.

Hüttenbergers Texte entstammen seinem jüngsten Zyklus “Beziehungsweisen“. Sein Gedicht „Wandlung“ wurde von Oeds van der Wal ins Niederländische übersetzt. Roses Gedicht in plattdeutscher Sprache ist mit „Upt Nüst“ überschrieben und von ihm gemeinsam mit Oeds van der Wal ins Niederländische übertragen worden.

Hüttenberger und Rose rezitierten aus der Festivalanthologie „Staalkaart“ zunächst auf dem „Theeveld“ vor einer, trotz des regnerischen Wetters am Festivalsonntag, großen Zahl von lyrikinteressierten Menschen.

Noch mehr Intensität boten die Auftritte der Poeten in den Laubengängen des Gartens. Die Nischen unter den Bögen bildeten einen romantischen Leserahmen, Poet und Publikum kamen sich näher, die Zuhörer wandelten von einem Dichter zum nächsten. Dabei gab es auch Raum für Fragen und Gespräche.

Hüttenberger las seine Texte ausschließlich auf Deutsch, Rose überwiegend auf Deutsch, hatte jedoch auch plattdeutsche Lyrik in Gepäck. Alle Gedichte fanden beim überwiegend niederländischen Publikum großen Anklang.

Umgekehrt ging es ihnen so mit den Texten ihrer niederländischen Kollegen. „Lyrik berührt durch Wortklang und Rhythmus“, so Hüttenbergers Erfahrung, der sich Rüdiger Rose anschließt: „Man muss nicht jedes Wort verstehen, um den Sinn zu erfassen.“

Im nächsten Jahr wollen beide Autoren in Groningen wieder dabei sein, egal, ob als Lesende oder Hörende, der „Faszination der Poesie an diesem Ort“ könnten sie sich nicht entziehen.