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* 17.12.1955 in Offenbach, war 18 Jahre lang Schulleiter in Darmstadt, arbeitet und lebt seit 2008 als freier Autor in Stedesdorf und Darmstadt. Er ist Mitglied im VS und im Zentrum junge Literatur Darmstadt. Als Kurzprosaist und Lyriker schreibt er ernste, skurrile, einfühlsame, assoziative Texte und verschont dabei auch klassische Formen nicht. Er hat es zu 9 Buchpublikationen, zahlreichen Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien gebracht (u.a. im Jahrbuch der Lyrik 2011) und einige Preise gewonnen, u.a. den Stockstädter Literaturpreis und den Wardenburger Krimipreis.

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Autorenvita
* 17.12.1955 in Offenbach, lebt und arbeitet in Stedesdorf/Ostfriesland und Darmstadt
Studium Pädagogik (Diplom) und Soziologie in Frankfurt, Promotion zum Dr. phil., bis Juli 2008 Schulleiter und Stadtverordneter in Darmstadt, seitdem freiberuflich

Autor von Fachbeiträgen zum Thema Deutschunterricht, Schulmanagement, Schulentwicklung, Bildungspolitik u.a in „Pädagogik“, „Westermann Schulmanagement“, Herausgeber der Vierteljahreszeitschrift „GGG-Journal“
Editorials, Kommentare, Glossen unter diversen Pseudonymen in verschiedenen Zeitschriften, Lyrik und Kurzprosa in Literatur-Zeitschriften und Anthologien, Buchveröffentlichungen

Absolvent der Textwerkstatt von Kurt Drawert 2006-2008

Nominierung zum Menantes-Preis für erotische Dichtung 2016 (2.-5. Platz), 3. Preis beim Landschreiber-Wettbewerb Münster (Sparte Lyrik) im Mai 2016, 3. Preis beim Landschreiber-Wettbewerb Münster (Sparte Lyrik) im März 2015, 2. Preis beim Mannheimer Literaturpreis (Lyrik) im November 2014, Förderpreis beim Stockstädter Literaturwettbewerb im März 2014, Finale Meerbuscher Literaturpreis Februar 2014 (4.-10. Platz), Gewinner des 7. Wardenburger Krimipreises im Dezember 2013, Gewinner des Stockstädter Literaturwettbewerbs 2012 - Literaturpreis der Sparkassenstiftung -  im März 2012, 1. Ostfriesischer Haiku-Wettbewerb 2012 (Platzierung), Gedichtewettbewerb  der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte 2011 und 2013 (4.-100. Preis - unter Pseudonym), Cantando-Parlando St. Augustin 2010 (Platzierung), Gewinner des 3. Science-Slam in Darmstadt im Dezember 2007, Auswahl zum 12., 13. und 15. Irseer Pegasus 2010/2011/2013, diverse Berücksichtigungen in überregionalen, regionalen und themenbezogenen Ausschreibungen.

Veröffentlichungen u.a. in folgenden Zeitschriften und Anthologien
„Wenn Liebe schwant“, Gedichte, Hg. Jan-Eike Hornauer, München 2017
„Loreleys Lover“, 50 erotische Gedichte und Geschichten (Zum Menantes-Preis 2006-2016), Bucha bei Jena 2016
„Palmbaum“, Literarisches Journal aus Thüringen, Heft 2/2016, Jena 2016

„Versnetze_neun“, Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart, Weilerswist 2016

PausenPoesie - Gedichte zum Neustarten“, Hg. Anton G. Leitner, edition DAS GEDICHT, Weßling 2015
„Versnetze_acht“, Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart, Weilerswist 2015
„Ostfreeslandkalender 2
015“, SKN-Verlag, Norden 2014
„Versnetze_sieben“, Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart, Weilerswist 2014
„Klöster in Niedersachsen“, Klosterkammer Hannover (Hrsg.), Rostock 2014
„Weltmeister“, Die Siegerbeiträge des Stockstädter Literaturwettbwerbs 2013-2014, Stockstadt 2014

„Tatort Wardenburg, VII. Teil“, Prämierte Geschichten des 7. Krimi-Schreibwettbewerbs der Gemeinde Wardenburg 2103, Wardenburg 2014
Kasinostraße 3“, 15 Jahre Darmstädter Textwerkstatt. Herausgegeben von Kurt Drawert, Poetenladen-Verlag, Leipzig 2014
„Ostfreeslandkalender 2
014“, SKN-Verlag, Norden 2013
„außer.dem“, Nr. 20, Literaturzeitschrift, München 2013
„Federwelt“ - Zeitschrift für Autorinnen und Autoren Nr. 101, August/September 2013
„Versnetze_ sechs“, Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart, Weilerswist 2013
„Signum“, Blätter für Literatur und Kritik, Sommer 2013, Dresden 2013
„Der schmunzelnde Poet“, Neue komische Gedichte, Candela Verlag 2013
„DIESEL – dat oostfreeske bladdje“, 84,  Diesel-Verlag Emden 2013
„EJK 125“, Kanalgeschichten, Brune-Mettcker-Verlag, Jever 2013
„Ein Bild von einem Gedicht“, Sammlung Poetryletter 2012, Hg. Julietta Fix, Gestaltung Judith Sombray, Fixpoetry-Verlag, Hamburg 2012
„Der deutsche Lyrik-Kalender 2013“, Alhambra Publishing, Belgium 2012
„Der deutsche Lyrik-Kalender für junge Leser 2013“, Alhambra Publishing, Belgium 2012
„Ostfreeslandkalender 2013“, SKN-Verlag, Norden 2012
„Versnetze_ fünf“, Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart, Weilerswist 2012
„Unbekannt verzogen“, Die Siegerbeiträge des Stockstädter Literaturwettbwerbs, Stockstadt 2012
„Wo die Weite wohnt“, Ostfrieslandmagazin 06/2012, SKN-Verlag, Norden 2012
„Wo die Weite wohnt“, Hamburger Haiku-Verlag, Hamburg 2012
„Tiefe Wasser sterben still“, Edition Octopus, Münster 2012
„Verzettelt“,  Anthologie des AK Ostfriesischer Autorinnen und Autoren, Diesel-Verlag, Emden 2012
„Der deutsche Lyrik-Kalender 2012“, Alhambra Publishing, Belgium 2011
„Der deutsche Lyrik-Kalender für junge Leser 2012“, Alhambra Publishing, Belgium 2011
„Inspiration Ihlow“, Ostfrieslandmagazin 11/2011, SKN-Verlag, Norden 2011
„Versnetze_ vier“, Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart, Weilerswist 2011
„Jahrbuch der Lyrik 2011“, Hrsg. Christoph Buchwald u. Kathrin Schmidt, DVA, München 2011
„außer.dem“, Nr. 17, Literaturzeitschrift, München 2010
„Der deutsche Lyrik-Kalender“ 2011, Alhambra Publishing, Belgium 2010
„Versnetze_drei“, Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart, Weilerswist 2010
„außer.dem“, Nr. 16, Literaturzeitschrift, München 2009
„Der deutsche Lyrik-Kalender“ 2010, Alhambra Publishing, Belgium 2009
„Versnetze_zwei“, Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart, Weilerswist 2009
„Dichtungsring“, Nr. 38, Zeitschrift für Literatur, Bonn 2009
„Der deutsche Lyrik-Kalender“ 2009, Alhambra Publishing, Belgium 2008
„ KULT – Unser aller Poesy-Chaotycum 28/08“, AALFAA EnterBrayn Ment
„Kalliope“, Zeitschrift für Literatur und Kunst, 1/2008, Bonn 2008
„Hell’s Bells“, Kriminalgeschichten, Poetenladen-Verlag, Leipzig 2008
„Aus der Mitte und vom Rand her geschrieben“,  Jokers Lyrik-Preis 2008, Augsburg 2008
„Witz-Bild-Sinn. Facetten des zeitgenössischen Aphorismus“, Bochum 2008
„Winter - das perfekte Lesebuch für kalte Tage“, Oschersleben 2008
„Sternschnuppen der Poesie“, Literarischer Arbeitskreis Dorsten, 2008
„Begegnungen 2“, Edition Leselust, 2008
„Klima – Wandel Dich!“, Edition Octopus, Münster 2007
„Begegnungen“, Edition Leselust, 2007
„Das Spinnennetz der Sappho“, Eine erotische Anthologie, Synonym-Verlag, Dresden 2007
„Liebe in allen Facetten“, Lichtstrahlverlag, Gotha 2007
„Wortbeben - Komische Gedichte“, Oschersleben 2007
„ ... und ebenso aber das Glück“, Zentrum junge Literatur No 2, Darmstadt 2007

Glosse „Thea Nivea“, FRIZZ – Das Magazin für Darmstadt, monatlich seit 10/2011
Glosse „Thea Nivea“, Vorhang Auf – Magazin der Region Darmstadt, 01/2008-06/2011

Glosse "Klopstock und Hölderlin", GGG-Journal, vierteljährlich 1-4/2012, 1-4/2013, 1-3/2014 und 1/2015


WEB:
 „Vom Leder gezogen“ (Zur EM in Frankreich - Fußball-Gedichte) - 2016
http://www.dasgedichtblog.de/category/lyrik/fussballgedichte/zur-em-2016-netz-anthologie/

Reformatio reset – Pausenpoesie zum Neustarten
http://www.dasgedichtblog.de/category/lyrik/reformatio-reset/

„Gedichte mit Tradition“ – 2015-2017
http://www.dasgedichtblog.de/category/lyrik/gedichte-mit-tradition/

„Wenn Liebe schwant II“ (komische Liebesgedichte) – 2015
http://www.dasgedichtblog.de/category/lyrik/liebesgedichte/wenn-liebe-schwant/

„Wenn Liebe schwant“ (komische Liebesgedichte) – 2014
http://www.dasgedichtblog.de/category/lyrik/liebesgedichte/wenn-liebe-schwant/

 „Vom Leder gezogen“ (WM-Fußball-Gedichte) - 2014
http://www.dasgedichtblog.de/category/lyrik/fussballgedichte/vom-leder-gezogen-zur-wm-2014-in-brasilien/

 

 


Buchveröffentlichungen als Herausgeber
„ZeitSprünge - Die Zukunft ist gegenwärtig“, Geschichten und Gedichte, Brune-Mettcker-Verlag, Jever 2016
„EJK 125“, Kanalgeschichten, Brune-Mettcker-Verlag, Jever 2013, 2. Auflage
„Ihlowsionen“, Geschichten und Gedichte aus der Klosterstätte "Stille Räume Ihlow", SKN-Verlag, Norden 2012, 2. Auflage Brune-Mettcker-Verlag, Jever 2013
„lESENSwert“, Geschichten um die Bücherei Esens, Förderkreis Freunde der Bücherei (Hg.), Esens 2012


Eigene Buchveröffentlichungen
Ich Huhn, ich wollt, ich wär ...“ - 111 human Identities, WK-Mediendesign-Verlag, Langen/Hessen 2016
Bärendienstag“, Eine weihnachtliche Bärengeschichte, Illustrationen: Wiebke Logemann, Brune-Mettcker-Verlag, Jever 2015
Lara und ihre Freunde“, 40 Geschichten (mit Hörbuch-CD, in Verbindung mit dem gleichnamigen Erstleselehrgang), Heinevetter Verlag, Hamburg (Juni) 2014
„Ostfriesische Perspektiven“ - Lyrik und Prosa, Druckwerkstatt Kollektiv Verlag, Darmstadt 2012
„So nette Köpfe“ - Sonette zu Tuscheporträts von Ingrid Freihold, Druckwerkstatt Kollektiv Verlag, Darmstadt 2011
„Komm mit, sagte der Esel“ – Grimm’sche Märchenverdichtungen Band 1, mit Illustrationen von Ingrid Freihold, Ettengruber Verlag KiWuB 2007, 3. Auflage 2010 im Druckwerkstatt Kollektiv Verlag, Darmstadt
„Ik bün all hier“ – Grimm’sche Märchenverdichtungen Band 2, mit Illustrationen von Ingrid Freihold, Druckwerkstatt Kollektiv Verlag, Darmstadt 2010
„Der BildungsStruwwelpeter“ – Lästige Geschichten und kritzelige Bilder über das deutsche Schulwesen, mit Illustrationen von Ingrid Freihold, Druckwerkstatt Kollektiv Verlag, Darmstadt 2010
„Auf den Busch geklopft“ – Verdichtete Anmerkungen zum deutschen Schulsystem, mit Illustrationen von Ingrid Freihold, Ettengruber Verlag KiWuB, Mühltal 2009

Pseudonyme
Hermann Gedöns, MicMcMountain, Thea Nivea, Johann-Wolfgang Wiemer


TEXTPROBEN

Ostfriesische Perspektive

Das Weite suchen
musst du hier nicht

Es liegt gleich vor der Tür

Gegenüber
wo sich Erde und Himmel begegnen

 

Schrift-Wasser-Zeichen

wir sind Helden und falten
polnische Servietten die niemand
brauchen kann in Sardinien
wir haben nicht die Wahl

schneiden das Leben zu
blauen Planquadraten und
verlieren den Unterleib wenn wir uns
auf unsre Ellenbogen verlassen

was ist passiert auf dem Weg
nach Hause fragst du

wer die Wahl hat braucht
keine Familie antwortest du dir
an gelben Tagen wiegst einen toten
Baumstumpf vor deinem Leib

morgen wird es wieder
Licht geben und wir werden
Fische zum Meer tragen und uns
in der Windstille spiegeln

lass uns zurück gehen
sagst du ich möchte
allein sein
wenn sich der Schleier lüftet


Sommerloch

Der Sommer setzt sich selber unter Wasser,
schon wieder regnets und der Regen rinnt
die Fensterscheiben runter, und ich find
kein bessren Reim drauf außer Abdel Nasser,

Ägypten, denk ich, wär doch jetzt viel krasser,
und nasser ists dort auch, dacht ich als Kind,
jetzt kommt zum Regen draußen noch der Wind,
ich werde immer mehr zum Unterlasser

und gammal wieder faul in meinem Bett,
beginne, mich zum Dichten zu bequemen,
Ägypten reimt sich nicht, dann nehm ich Bremen

und Oldenburg, ich müsst was unternehmen,
den ganzen Sommer fehlts mir schon an Themen.
Und alles wird bloß immer ein Sonett.

 

Müßiggang mit Goldrand

Morgens gehen uns die Lichter aus und Engel schlagen sich in die Büsche an den Straßen zum Meer klappern leere rote Sandlaster der Sonne entgegen.
Wir denken nach über Arbeit ist das halbe Leben das andere die besseren Hälften. Bet und Arbeit ruft die Welt sangen wir an Strandfeuern zu autodialektischen Gitarrenklängen Jesuschristen mit Knarre. Also beten wir denn Zeit ist Geld / Kurzarbeit und Zeitarbeit / Arbeitszeit und Brotzeit.
Mal Zeit haben Zeit für sich und wen oder was oder mal ans Meer fahren und den Möwen zusehen wie sie von Krabbenkuttern gezogen sich in die Wellenspur stürzen tief zwischen den Strandkörben Angriffe fliegen auf Eiswaffeln in Kinderhänden und Fischbrötchen denen es an Körpernähe mangelt.
Am Stand der Fischereigenossenschaft im Osten des Hafens Gespräche führen mit einem heimlichen Soziologen und vielleicht eine Partei gründen gegen den Vandalismus an der Küste und den schalen Geschmack von Krabbenpulen in Marokko.
Oder doch den Selbstmordanschlag vorbereiten auf den Campingplatz der deutschen Idylle mit Sprenggürtel um die Hüften unter XXL-Shirts den Rettungsring auswerfen zwischen die fehlernährten Massen der Fast-Food Bewegungslosigkeit Kindheitserinnerungen an Silvesterblindgänger ein China-Böller im Hintern eines toten Schweins der nicht explodierte sonst wären uns solche Fantasien erspart geblieben.
Nicht auszudenken die Aufräumarbeiten der Imageschaden Tourismus schafft Arbeitsplätze in dieser strukturschwachen Gegend warten wir ab November auf Feste und Ferien wenn sich die Sommer selbst unter Wasser setzen oder Gäste bei Ebbe Einkaufsstätten fluten dann ist die Welt wieder in Ordnung und für Einheimische ein Auskommen und kein Durchkommen allenfalls im Schneckentempo.
Abends Bierfallen aufstellen einmalige Arbeitschancen schaffen für Alleinunterhalter tausendmal belogen betrogen sich tief in die glasigen Augen schauen wenn die Nordseewellen an den Strand trekken Hüpfburgen erschlaffen am Horizont die Windmühlen blinken nachts im Schlaf Geld verdienen und lange Schatten werfen erst wenn die Sonne wieder aufgeht.

 

Zeitsprünge

1
Neulich bewährte sich der Fortschritt. Ich ging essen. Dir brannte der Kühlschrank ab. Unterwegs überholten uns Eichhörnchen. Eine Kuh verlor ihre Glocke.

2
Als Kind wäre ich gerne Isetta gewesen. Ich biss mir den rechten Schneidezahn an einem Kofferraumdeckel aus. Wühlmäuse sind wie Teppichfalten. In den Dörfern gibt es noch Zigarettenautomaten. In der Stadt fielen sie mir nicht auf. Morgens Kondensstreifen am Himmel. Fluglärm kannten wir nicht. Wir gingen Tannäpfel sammeln und hörten den Raben Abraxas. Alexandra war gerade tot.

3
Gelbe Rosen aus Texas. Beim Blättern in meiner Musikbox. Betty Davis Eyes. Das war in Oslo. Morgens um fünf. Vor dem Wasserfahrzeug der Straßenreinigung flohen die Ratten in die Büsche. Oder die Murmeltiere am Großglockner. Warten auf den Briefträger. Die Milch stand auf dem Gartenzaun. Ein eingemauerter Briefkasten. Als die Ringstraße noch nicht gebaut war. Und mein Freund noch nicht überfahren.

4
Der gleiche Garten verstrahlt am 1. Mai. Wir saßen in der Sonne. Jetzt störten die Flugzeuge. Kindheit unterm Landeanflug. Die Isetta hellblau. Mit weißem Dach. Lindenfels eine Weltreise. München noch nicht zu umgehen. Und alle Jahre Österreich. Morgens gackerten die Hühner. Der Misthaufen dampfte. Und das Geplätscher des Bachs.

5
Wir sammelten Gipfelkreuze. Und Autoprospekte. Obwohl die Innenstadt weit war. Einmal lag am Weiher eine Tote. Die Busse hatten Oberleitungen. Die Pilzköpfe einen Mädchennamen. Während der Predigt Kindergottesdienst. Straßenkreide hatten wir nur an Schultagen. Mein Freund fragte, was er beichten soll. Dann wurde die Siedlung gebaut. Wir waren nicht mehr am Ende der Welt. Erkannten Flugzeuge an ihren Bäuchen. Legten Steine auf die Gleise. Es regnete nie. Außer in den Sommerferien. Tagelang. Dann schossen die Pilze. Forellen fingen wir mit der Hand. Fünf Wochen. Zwischenhochs mit Bergtouren. Mit der Sonne aufstehen. Und immer ins Buch eintragen.

6
Man muss ein regelmäßiges Leben führen. Wir streiten über Reihenfolgen. Bis weit nach Mitternacht. Einen Konfliktvorrat anlegen. Für alle Fälle. Argumente finden gegen das, was wir selber ändern könnten. Frühlingserwachen vor den Fenstern. Am Nachmittag Flugübungen. Mauern durchbrechen. Serielle Ausnahmezustände. Den Wintersplitt von der Straße kehren. Nachts Blinkzeichen deuten. Die Windräder kommen immer näher. In Japan ist schon Tag.

7
Morgens standen Rehe auf der Wiese. Auf dem Hügel gegenüber schien die Sonne. Die Scheune roch nach Heu und Benzin. Ein schwarzes Motorrad. Rings um das Haus Holz aufgeschichtet. Manche Jahre gab es Katzen. Oder der Fuchs hatte Hühner geklaut. Märchensommer. Milchkannen ins Tal schleppen. Autos mit schwarzen Nummernschildern. Hühner zum Schlachten auswählen. Bei Regen verging die Zeit nicht.

8
Es ist tatsächlich so. Jede Nachricht ein paar Brennpunkte lang. Halbwertszeit eine Woche. Schnelldurchlauf der Katastrophen-Hits. Zum Glück alles weit weg. Deutschland ergrünt. Erneuerbare Ideologien. Als es noch den eisernen Vorhang gab. Den Schah und Soraya. Tim, Bello und Dual. Wir hätten das alles ernster nehmen müssen. Die nette rote Sonne. Und Capri. Volles Restrisiko fahren.

9
Später war die Idylle erloschen. Alles kleiner geworden. Der Schotterweg asphaltiert. Der Hühnerstall leer. Ein paar Schafe statt Kühe. Man soll als Erwachsener nicht zurück kommen. Die selben blauen Augen. Sie roch nach Alkohol. Aber das Plätschern des Bachs.

10
Was ist eigentlich aus dem Baumsterben geworden? Die Schiffsreise nach Oslo noch mal antreten. Duty-free-Exzesse. Dicke Teppichfalten unter Spielautomaten. Warum habe ich nie geraucht? Flugzeuge im Bauch. Gibt es auf Schiffen Wühlmäuse? Die Ratten haben uns schon verlassen.

11
Nachts von Umgehungsstraßen träumen. Meiner ersten Beerdigung. Ein Tiefflieger um vier. Urlaubscharter. Das wird den ganzen Tag so weiter gehen. Heldenpunkte sammeln. Einmal über den Tellerrand schauen. Hexen haben ausgedient. Freunde, die Pilze finden können. Bayerische Wildschweine sind noch immer kontaminiert. Der Mini ist größer geworden. Nur die Isetta wird nicht nachgebaut.

12
Es dauert, bis sich Katzen auf den Arm nehmen lassen. Junge Hühner fangen ist einfacher. Zum Schafe hüten in die Berge. Heimlich telefonieren statt immer neue Rätsel lösen. Und lieber mit dem Zug fahren. Oder Kirchtürme besteigen. Einen schwarzen Anzug kaufen. Wie Sand am Meer. Spuren hinterlassen. Bis die Flut kommt. Und alles wird Musik.

13
Man muss Zähne zeigen. Sich nicht den Schneid abkaufen lassen. Die Butter zwischen die Fensterscheiben legen. Norden ist Schattenseite. Du schneidest Rezepte aus. Insgesamt sind wir weiter gekommen.


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